Ich arbeite nachhaltig!

15. Juni 2019

Privat bin ich eine wahnsinnig große Ökotante und lebe so nachhaltig, wie möglich. Ich kaufe möglichst plastikfrei ein, rette Lebensmittel über foodsharing, verwende statt Shampoo und Duschgel aus der Flasche festes Shampoo & Seife, putze meine Zähne mit einer Holzzahnbürste, esse kein Fleisch und beinahe keine tierischen Produkte, …
Doch wie ist das eigentlich, auch im Job nachhaltig zu arbeiten?

Ich muss ganz ehrlich sagen: Nicht ganz so einfach. Beziehungsweise ein ganz anderes Thema & viel weniger verbreitet, als nachhaltig leben im Alltag.

Problemzonen einer nachhaltigen Arbeitsweise

Abzüge von Fotos erfordern einfach immer einen gewissen Aufwand an Chemikalien & Fotopapier, zu Shootings fahre ich (mangels Alternativen) mit dem Auto & beinahe mein gesamtes Equipment ist aus Plastik.
Trotzdem: Ich habe bewusst keine Vorräte an Werbematerialien, gebe meine Visitenkarten nicht wahllos heraus und vermeide es allgemein, Dinge zu hamstern. Deshalb habe ich auch keinen Fundus an Shootingkleidern oder Accessoires, sondern versuche, solche Dinge entweder zu leihen oder gebraucht zu kaufen & nach dem Shooting wieder zu verkaufen.

Equipment nachhaltig beschaffen

Technik kaufe ich beinahe komplett gebraucht – sei es das MacBook, die Kamera, Objektive oder Stative. Lediglich Akkus, Speicherkarten & Festplatten kaufe ich neu – da ist es mir einfach zu riskant, das jemandem abzukaufen. Dafür habe ich aber auch das nicht in riesigen Mengen, sondern genau so viel, wie ich brauche. (& natürlich zählt zu dem, was ich brauche, auch eine ausreichende Anzahl an Ersatzspeicherkarten & -akkus!)

Das gleiche gilt auch für Klamotten. Was ich gebraucht nicht finde (aber brauche!), kaufe ich bei FairFashion-Labels. Das lässt sich nicht nur privat, sondern auch für berufliche Klamotten ziemlich einfach umsetzen. Zumal ich dank meiner hervorragenden Berufswahl ohnehin keine sehr speziellen Outfits benötige.

Reparieren, bis es nicht mehr geht!

Statt einem modernen Auto fahre ich einen alten Golf, bei dem man vieles noch selbst reparieren kann. Auch, wenn neue Autos oft einen geringeren Spritverbrauch haben, so ist es mir dennoch wichtig, auch alte Dinge so lange zu nutzen, bis es gar nicht mehr geht.
Und sie vor allem bis zuletzt zu reparieren. Das gilt nicht nur für’s Auto, sondern auch für jegliche Technik.
(Und das nächste Auto, das wird nach Möglichkeit ein Elektrowagen!)
Ich bemühe mich, zu so vielen Terminen, wie möglich, mit dem Zug zu fahren – nur leider ist die Bus- & Bahnverbindung bei uns nicht wirklich gut ausgebaut, sodass ich doch oft ins Auto steigen muss. Selbst dann versuche ich aber, die Termine sinnvoll zu verbinden, um nicht mehrmals los zu müssen. (Aber: Die Arbeit geht vor! Ich würde auch in das hinterletzte Örtchen fahren, ohne jeglichem Nahverkehr.)

Nachhaltig drucken oder CO2 kompensieren

Wer bei mir Dankeskarten oder Einladungskarten bestellen möchte, hat die Möglichkeit, auszuwählen, dass ich diese bei einer nachhaltigen Druckerei bestelle. In diesem Fall ist das Papier FSC-zertifiziert und oft wird auch bei der Tinte darauf geachtet, dass diese in nachfüllbaren Behältern, vegan und nicht zu belastet von Chemikalien ist.
Das kostet natürlich mehr, als Karten bei Müller ausdrucken zu lassen, aber da wägt man eben ab – vielleicht ist “so billig wie möglich” einfach nicht immer die Lösung.
Doch selbst wenn sich die Kunden gegen eine nachhaltige Druckerei entscheiden, bestelle ich bei einer Druckerei, die anbietet, CO2-neutral zu drucken. Dafür zahle ich dann ein paar Cent als Ausgleich, aber das ist es allemal wert.

Nach einer Möglichkeit, auch Abzüge nachhaltig drucken zu lassen, suche ich noch – das scheint bisher ein sehr unerschlossener Markt zu sein. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich auch dafür bald eine Lösung finden lässt!

Digital & grün

Dafür läuft all meine Technik mit grünem Strom – und auch bei den Onlineangeboten, die ich nutze, bemühe ich mich immer, darauf zu achten, dass auch deren Server mit grünem Strom betrieben werden.
So lade ich die Bilder zum Auswählen bei Picdrop hoch, deren Server werden mit grünem Strom versorgt..

Meine Finanzen laufen über die GLS-Bank. Dies ist die erste nachhaltige und soziale Bank und mit dem Geld, das dort angelegt ist, werden keinerlei unethische oder -ökologische Projekte unterstützt. (Zum Beispiel wird nicht in Waffenexporte oder Atomenergie investiert, sondern in den Ausbau von erneuerbaren Energien.)

Ich verwalte meine Buchhaltung komplett digital – Rechnungen versende ich nicht per Post, sondern per Mail & lege sie auch bei mir nur digital ab. Das spart nicht nur Papier & Tinte, sondern auch Ordner und Platz in der Wohnung.

Bisher habe ich auch kein Extra Fotostudio (dies würde zum Beispiel das Heizen einer weiteren Räumlichkeit bedeuten), doch bald ergibt sich endlich die Möglichkeit, einen Raum in unserer Wohnung dafür zu nutzen. Das spart nicht nur Heizmaterial, sondern auch Sprit und somit CO2. Auch hier werde ich jegliches Equipment gebraucht kaufen und seltener gebrauchte Dinge leihen.

Was nach sehr viel Einschränkung klingt, ist aber gar keine – ich lebe mein komplettes Leben so, dass ich ein möglichst kleiner Umweltsünder bin. Das ist für mich keine Einschränkung, sondern es macht tatsächlich sogar Spaß!
Super gerne beantworte ich auch Fragen, wie man nachhaltig heiraten kann, worauf man bei Accessoires oder sogar der Wahl der Location achten kann 🙂
Zum Thema “Nachhaltig heiraten” gibt es zum Beispiel bei The OGNC schon einen wunderbaren Beitrag!




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