2 Tage in Leipzig

25. September 2019

Wisst ihr, worin ich meiner Meinung nach nie sonderlich gut war? Urlaubsfotos.
Ich fand immer das, was ich bei anderen Bloggern gesehen habe, so viel cooler und schöner und ästhetischer. (Ist schön & ästhetisch jetzt doppelt gemoppelt? Egal.)
Und mittlerweile, da mag ich das, was ich so mit heim bringe. Ich glaube, ich weiß auch, warum: Früher habe ich immer mehr so das große Ganze fotografiert. Ein Bild war mit tausenden von Details gefüllt, der Fokus hat irgendwie gefehlt. Heute sind diese “all in”-Fotos eher eine Seltenheit geworden. Ich achte viel mehr auf Details und schöne Kleinigkeiten, weil das einfach so viel mehr Aussagekraft hat.

Aber gut – zurück zum Thema. Lovely Leipzig.
Das war für mich schon der 4. Besuch in Leipzig – und ich muss sagen: Die ersten beiden Male war ich nicht wirklich entzückt. (Die waren aber auch nicht wirklich gut geplant, muss man auch sagen.)
Mittlerweile komme ich richtig gerne hier her. Wenn man mal seine Ecken gefunden hat, dann ist Leipzig ganz wunderbar. Es gibt so viele schöne Cafés (& unterwegs müssen regelmäßige Caféstopps einfach sein. Das muss so.), außerhalb der Innenstadt lassen sich zahlreiche schöne Straßenzüge finden, die Häuser sind teilweise so wunderschön und allgemein: Leipzig mag ich einfach. Das ist eine der Städte, die einfach so einen gemütlichen Vibe haben.

Wir sind Freitag Mittag angekommen, haben in unser airbnb eingecheckt und sind dann in die Stadt getüddelt. Weil wir zum Klimastreik wollten, hat es sich eh angeboten, erst mal die Innenstadt anzuschauen.
Wie schön ist bitte das Unigebäude am Augustusplatz? Dieses blaugläserne Geböude, das mehr nach Kirche als nach Uni ausschaut hat mich schon beim letzten Besuch so umgehauen. Genauso wie der Markt – da ist einfach mitten in der Stadt ein riiiiiesiger Markt, bei dem es Käse, Blumen, Obst, Gemüse und noch x andere Sachen gibt. (Vom Markt hängt auch schon seit letztem Jahr eine Postkarte bei mir an der Wand. Irgendwie mag ich das so wahnsinnig gerne.)

Vom Markt ging’s dann erst mal zum Streik – auch auf dem Augustusplatz. Ich bin da ja niemand, der groß mit schreit, aber ich finde es so wichtig, zumindest da zu sein. In Leipzig waren ganze 25.000 Menschen auf der Straße und das ist schon der Wahnsinn.
Mich lässt das ja ganz wahnsinnig viel Hoffnung schöpfen, zu sehen, wie viele Leute auf die Straße gehen, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren. Und vielleicht, ganz vielleicht, muss ich mir da vor Rührung immer ein paar Tränchen verdrücken.

Weil streiken anstrengend ist & es auch nicht wirklich warm war, ging es danach ins Café Riquet. Was von außen aussieht wie eine Touristenfalle, ist ein Paradies für Kaffee- und Kuchenliebhaber. Es gibt eine bombastische Kuchentheke, Sächsische Keulchen & die Kaffeekarte umfasst neben dem klassischen Varianten auch ausgefallenere Kaffeekreationen – zum Beispiel die diversen Kaffee-mit-Alkohol-Mixturen.

Weiter ging’s dann zum Bayrischen Bahnhof – nicht, um wohin zu fahren, sondern weil das Gebäude so imposant ist. Das steht einfach mittendrin. In einem total unscheinbaren Viertel. Herrlich! In der Nähe war auch noch dieser wunderbare Schreibwarenladen – man braucht zwar meistens nichts, aber da hat es sich so schön gestöbert.
(Falls hier noch wer ein bisschen Papeterieaffin ist: Eisenhauer Bürokultur heißt der schöne Laden.)

Abendessen waren wir bei Umaii, was wir ganz zufällig dank meiner liebsten “Wo gibt es vegetarisch & vegan gutes Essen?”-App gefunden haben. Und es war so guuuut. Leider hab ich keine Bilder gemacht. Aber die Ramen sind so lecker, die Portionen sind riiiiiesig und obwohl das Restaurant recht groß ist, ging alles super schnell & lieb.

Samstag waren wir gemütlich frühstücken & sind dann zur Baumwollspinnerei gefahren. Bzw zur ehemaligen Baumwollspinnerei – auf dem Gelände sind mittlerweile ganz ganz viele Künstlergalerien, durch die man stöbern kann. Obwohl das einer der Orte ist, der bei meinen Leipzigrecherchen super oft empfohlen wurde, war es hier angenehm leer. Besser, als jedes Museum kann ich da nur sagen. (Und mit Backsteinhäusern gewinnt man mein Herz ohnehin im Flug. Ich glaub, man merkt’s: Ich hab’s irgendwie mit Gebäuden.)
Nach einem herzhaften und späten Mittagessen saßen wir auch schon wieder im Zug nach Hause.

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